Turnfahrt 2019

 

2019 war eine kurze, dafür umso intensivere Turnsaison. Am 21. September traten wir die Turnfahrt an, welche uns ein letztes Mal in diesem Jahr sportliche Höchstleistungen abverlangen und einige von uns an ihre körperlichen Grenzen treiben würde.

Die erste grössere Hürde, welches zu überwinden galt: der Treffpunkt um 7:10 Uhr auf dem Gleis 31 des HB Zürich. Für die meisten Teilnehmer bedeutete das den Aufstieg auf die S6 in Regensdorf um 6:41 Uhr. Am HB angelangt, stand erst einmal die Verpflegung im Vordergrund. Im Coop gab es Gipfeli und Kaffee und für die, die über den Kaffee hinweg schauen konnten, auch bereits ein Bier.

Mit der S2 ging es weiter nach Richterswil, wo wir unser Gepäck in unserer Herberge Drei Könige zwischenlagerten, denn möglichst wenig Gewicht am Rücken würde später noch von Vorteil sein. Mit der S8 ging es zurück nach Wädenswil und von dort aus mit der S13 hinauf nach Einsiedeln. Unsere Transportmittel für den weiteren Weg standen schon am Bahnhof bereit. Auf Drahteseln ging es für uns nun weiter.

 

Die erste Ernüchterung traf uns bereits am Anfang unserer Strecke, als uns eine Gruppe weisshaariger Frauen auf ihren E-Bikes die Strasse hinauf überholten. Die erste Trampelpause folgte schon 15 Minuten nach Start unserer Tour. Freunde von Päde luden uns auf die Terrasse ihres Hauses ein, welches älter ist als der Sihlsee selbst, der uns die wunderbare Aussicht schenkte. Nach einem Kaffee, Mineral oder Bier ging es weiter.

 

Wir trampten dem See entlang, übers Land und bis zum Spar, wo wir unser Mittagessen kauften. Der weitere Weg bis zur Hoch-Ybrig Talstation führte uns über eine Steigung, welche einige von uns an ihre Grenzen trieb. Zur Mittelstation gelangten wir mit der Gondel und von dort aus spazierten wir um den Seeblisee bis zu unserer Grillstelle. Dank den Pfadi-Skills von Päde brannte innert wenigen Minuten ein beachtliches Feuer und die Würste und Spiesse konnten brutzeln. Zu den Grilladen gab es einen feinen Wein, andere Getränke und natürlich viel scharfen Senf.

 

  

Weiter um den Seeblisee und mit kurzem Erfrischungsschwumm für drei von uns gelangten wir zum Sessellift, welcher uns auf den Spirstock brachte. Wir wanderten von dort aus - die einen dem Wanderweg entlang, die andern Offroad - ca. eine Stunde bis zum Sternensauser, der mit 2.3 Kilometern längsten Hochseilrutsche Europas.

 

Nach einer kurzen, humorvollen Instruktion durften wir mit bis zu 120 km/h zuerst zur Zwischenstation Fuederegg und dann zur Talstation der Sesselbahn Sternen sausen. Am meisten Freude, so der Instruktor, bereitet uns die Fahrt kopfüber, was sich einige von uns nicht zweimal sagen liessen.

 

  

Mit der Gondel ging es zurück ins Tal und dann weiter mit dem Velo. Was wir vorher mühsam hinauf trampen mussten, durften wir nun wieder hinab flitzen. Nach einer weiteren Steigung kam dann der rasanteste Teil: von Schindellegi aus zurück zum Bahnhof Richterswil. Während es ein Teil der Gruppe gemütlich nahm, raste der andere um die Wette und überholte auch das eine oder andere Auto.

Die Velos gaben wir in Richterswil ab, danach machten wir uns in der Unterkunft wieder frisch fürs Abendessen. In einem Restaurant in der Nähe assen wir Spagetti mit verschiedenen Saucen. Nach einem Espresso und einem Grappa ging es weiter in das eher weniger aktive Nachtleben. Viel zu erzählen gibt es über den Ausgang nicht. Der Ablauf war der Gewohnte: einige Biere und weitere mit Tonic gemischte Getränke und danach der Schock aufgrund der gigantischen Rechnung. Das einzig ungewohnte war der wütende Einwohner auf dem Heimweg.

Am nächsten Morgen durften wir ausschlafen. Erst um 12 Uhr war Treffpunkt am Hafen. Per Schiff setzten wir unsere Reise fort, denn es ging auf die andere Seeseite nach Rapperswil.

 

Wir erhielten eine halbe Stunde Freizeit zur individuellen Verpflegung, danach ging das Programm weiter mit einem Rätselparcours. In drei Gruppen eingeteilt wurden wir von einem iPad durch die Altstadt gejagt. Unsere Mission: die Schliessung des Zauberportals und die Rettung der Welt vor den fiesen Monstern. Da die Rätsel von nicht so schwierig bis selbstlösend einzustufen waren, ging die Story bald zu Ende und wir hatten wieder Zeit für ein feines Getränk. Um vier Uhr nahmen wir den Zug zurück nach Zürich. Einige von uns tranken am Seeufer gemütlich das letzte Bier, um die Turnfahrt gleich ausklingen zu lassen, wie wir sie begonnen hatten.

 

Es war zwar ein anstrengendes, aber auch genauso abenteuerreiches und lässiges Wochenende. Einen Riesendank an unsere Organisatoren, Roli und Michèle, für diese perfekt durchorganisierte Turnfahrt!

 

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